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Interview: Cosma Shiva Hagen.

Als ich vergangenen Monat in Hamburg zur Presse-Konferenz von E! In The City fuhr, fragte ich mich, was mich dort erwarten würde. Collien Ulmen-Fernandez, die die Sendung moderiert, traf ich zuvor am Set in Berlin und erlebte zusammen mit ihr das Berlin von Designer Michael Michalsky, denn genau darum geht es bei E! In The City – die Stadt aus den Augen eines Celebritys zu sehen und vom jeweiligen Gast seine Hot-Spots, aber auch Geheimtipps gezeigt zu bekommen.
In Hamburg war dieser Gast die deutsche Schauspielerin und Model Cosma Shiva Hagen, die ich anders, als erwartet nicht zu einem unglaublich gezwungenen Interviewtermin mit Aufsicht von einem dutzend Beratern traf, sondern völlig ungezwungen zum Kaffee und so sprach ich mit einem internationalen Mädchen über Hamburg, Ruhm, Nachhaltigkeit, neue Träume und ihre Mutter Nina Hagen.

Guten Morgen! Wir sind hier in Hamburg, wo du selber auch lebst und ihr auch für E! In The City gedreht habt! Wie war euer Tag?

Super! Ich habe Collien all die Ecken gezeigt, die man vielleicht nicht unbedingt von mir erwarten würde. Wir hatten super viel Spass und ich bin mir sicher, dass man das auch spüren wird.

E! in the City PK mit Collien_und_Cosma Shiva Hagen

Du lebst schon ne ganze Weile in Hamburg, bist aber in Los Angeles geboren worden – vermisst du es nicht, das Land der unbegränzenten Möglichkeiten?

Ehrlich gesagt nicht, ich könnte ja immer zurück – ich habe ja einen amerikanischen Pass, aber irgendwie zieht es mich da gar nicht so hin. Ich habe auch nicht so viele Erinnerungen an Amerika, weil wir eigentlich immer viel unterwegs waren und ich echt international aufgewachsen bin. Ausserdem hatte ich hier lange die Bar und wollte so viel, wie möglich dafür tun.

Die Bar gibt es leider nicht mehr – dafür aber einen Shop, wie du vorhin erzählt hast. Was können wir hier erwarten?

Die Bar sollte ein Ort sein, in dem Spass und Kultur miteinander verbunden werden und der Anzugträger neben dem Punk an der Bar sitz (du hättest da übrigens auch super rein gepasst) und in dem Künstler regelmässig stattfinden können. Leider ist Gastronomie mit meinem Job, der selber sehr zeitinsiv ist, nicht immer so einfach zu kombinieren, weswegen ich mich jetzt auch für einen Shop entschieden habe. Hier in Hamburg – wir wollen Schmuck und Kleidung anbieten, die nicht nur als kleine Kunstwerke durchgehen, sondern auch nachhaltig sind. Das ist ein sehr wichtiges Thema für mich.

Als Schauspielerin und Person der Öffentlichkeit lebst du quasi in einer Überfluss Gesellschaft – woher kommt dann das grosse Bewusstsein für Nachhaltigkeit?

Ich wurde so erzogen. Sowohl meine Mutter, als auch meine Grossmutter haben mich früh aufgeklärt. Wir leben in einer Zeit, in der es so viele Alternativen gibt, dass ein bewusstes Leben gar nicht mehr so schwer ist – man muss die Leute bloss aufklären.

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Du sprachst gerade von deiner Mutter und Grossmutter, wie war es mit zwei so starken Persönlichkeiten aufzuwachsen? 

Man hat auf jeden Fall immer etwas erlebt. Die eine isst Fleisch und ist vielleicht ein bisschen mehr Diva, die andere Vegetarierin und durch und durch Künstlerin. Das hat auch seine Spuren bei mir hinterlassen, weswegen ich wahrscheinlich auch von allem etwas abbekommen habe.

Wie sieht das denn modisch aus? In deinem neuen Geschäft willst du ja Accessoires vertreiben, hast du bei deiner eigenen Stilfindung Ratschläge von deiner Mutter bekommen?

Aber klar – es war manchmal auch ein bisschen schwierig, weil meine Mama mir natürlich Sachen andrehen wollte, die nicht gerade mein Stil sind. Auf der anderen Seite ist es auch lustig, wenn meine Mutter mich fragt ob ich ihr ein paar Basics mitbringen kann – die weiss ja gar nicht wo man normale Klamotten oder Jogginghosen herbekommt – und ich ihr dann einen einfachen grauen Überwurf mitbringe und sie nur empört die Nase rümpft “das zieh ich nicht aaaaaan‘‚. Mittlerweile haben wir es jedoch raus und kennen den Stil der anderen eigentlich ganz gut.

Nun ist deine Mutter ja in Deutschland schon lange sehr bekannt, hast du ihr Karriere-technisch nachgeeifert und wie war es als Tochter von Nina Hagen aufzuwachsen?

Was meine Karriere betrifft, weiss ich gar nicht ob ich mich heute noch mal mit dem Nachnamen Hagen in das Ganze stürzen würde. Ich war damals ein Teenager, als ich meine ersten Filmrollen gespielt habe und bevor ich mich überhaupt fragen konnte, ob das überhaupt mein Ding sei, war ich so bekannt, dass ich eigentlich keinen Rückzieher mehr machen konnte. Auf der anderen Seite habe ich mich manchmal auch gefragt, ob ich bestimmte Jobs auf Grund meines Talents bekommen habe oder weil sie einfach ne Hagen am Set wollten. Das war für mich damals sehr schwer und es hat lange gedauert mir in der Öffentlichkeit eine eigene Identität aufzubauen.

Öffentlichkeit beschäftigt dich also schon sehr lange, war es immer dein Traum berühmt zu werden?

Ehrlich gesagt fand ich es immer komisch, dass alle Leute über uns gesprochen haben, das war mir als Kind schon suspekt. Ich fühle mich eigentlich am wohlsten, wenn ich völlig unerkannt irgendwo hingehen kann und auch einfach machen kann, was jeder andere auch machen darf. Auch ein Grund wieso ich bald für eine Zeit nach Ibiza gehen möchte. Nichts desto trotz bin ich sehr dankbar für meinen Beruf und liebe das, was ich tue.

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Du willst nach Ibiza gehen, feiern oder flüchten?

(lacht) Beides! Ne, ehrlich gesagt will ich mir einfach eine kleine Auszeit nehmen. Ich habe die letzten 15 Jahre so viele Projekte gemacht, dass ich einfach gerne mal ein bisschen Zeit hätte um zu reflektieren und zu schreiben. Meine Tante lebt dort und häkelt Klamotten, das will ich auch mal miterleben, gerade auch wegen meinem Laden – einfach mal sein, fernab von Kameras, Arbeit und alle dem.

Du hast in den letzten 15 Jahren ziemlich viel gemacht, gibt es da eigentlich noch Träume, die man verfolgt?

Absolut, ich sehe mich noch lange nicht am Ziel. Ich liebe es zu schauspielern, aber ich weiss nicht ob ich das später noch machen werde. Vielleicht bastle ich auch einfach den ganzen Tag und hänge Mini-Kunstwerke in meinen Laden, wer weiss das schon. Ich bin jetzt 34 Jahre alt und einfach gespannt, was das Leben noch für mich bereit hält.

Ich glaube es ist völlig überflüssig an dieser Stelle zu erwähnen, wie sympathisch und liebenswert Cosma war. Wer Lust hat sich ihre Folge von E! In The City anzugucken und Hamburg durch Cosmas Augen zu sehen, der hat am 21.10.2015 um 21.30 Uhr die Chance dazu – auf E! Entertainment (deutsche Variante des gleichnamigen US-Senders).

12047501_1052472948119048_1831398150_nMehr dazu gibt es auf www.einthecity.de



Eine Antwort zu “Interview: Cosma Shiva Hagen.”

  1. Daniel sagt:

    So wie ich das vertstanden habe ist das ein lokaler hamburger sender (wenn ich falsch liege bitte korrigiert mich!).
    Gibt es ne möglichkeit die sendung im stream oder nachträglich als VOD zu sehn?
    Super sympatische frau und gar nicht abgehoben by the way ^^

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