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Kolumne: Von einer Welt ohne Hate Kommentare.

Stellt euch mal vor ihr könntet komplett ausblenden, was andere Leute über euch sagen – und mit ausblenden meine ich wirklich stumm schalten – hört sich verlockend an, aber würde ja auch zur Folge haben, dass auch alles Positive wegfallen würde – würdet ihr es trotzdem tun? Im echten Leben geht das ja nicht, im Internet ist das aber möglich.
Als Jemand, der mit Social Media arbeitet, seine Kommentar Funktion auf Instagram und Snapchat auszuschalten und das für mehrere Tage, ist etwas, das man eigentlich nur aus Dummheit oder irgend einem pseudo Coolsein Grund tun würde – man will doch schließlich auch Feedback für das, was man tut – aus Dummheit oder vielleicht auch aus Angst?! Angst davor böse Worte zu lesen und unnötige Kommentare zu bekommen von Hatern, die sich hinter anonymen Pseudonymen und Katzenfotos verstecken und nichts anderes vorhaben, als anderen Menschen das Leben schwer zu machen.
Wie schwer die Konsequenzen sind, ist vielen da gar nicht bewusst. Als Person, die in der Öffentlichkeit steht, gehört es (leider) total dazu die Gewissheit zu haben, dass es Menschen gibt, die Freude daran empfinden wenn sie böse Kommentare schreiben. Damit kann man meistens auch umgehen – was aber bleibt ist das unschöne Gefühl, dass auch Leute diese Worte lesen, die keine Tausende Fans haben, die einem den Rücken stärken und bei denen in einem unsicheren Moment diese Worte viel schwerwiegender sitzen können und das obwohl sie nicht mal an sie gerichtet waren.Mir ist das egal, wenn sich jemand über mein Outfit lustig macht – aber es ist so schade, wenn dadurch irgendjemand sich diese Worte so sehr zu Herzen nimmt, dass er oder sie vielleicht nicht mehr den Mut findet, die Person auszuleben, die man ist.Im Internet, kann man ganz einfach die Mute Funktion einstellen, die alle Kommentare stumm schalten lässt – im wahren Leben funktioniert das nicht und als Mensch, der auch heute nicht die Straße entlanggehen kann ohne Beleidigungen ganz real und nicht anonym und virtuell ins Gesicht gesagt zu bekommen, kann ich euch sagen – man verdient eigentlich einen Preis, wenn man sich noch traut, die Person zu sein, die man ist. Und ich spreche nicht von mir alleine, sondern von jedem einzelnen da draußen, der sich selber über die Meinung anderer stellt, ganz ohne Mute Button!Egal wie selbstbewusst man ist, jeder zweifelt mal an sich und wenn man dann Worte liest, die einfach nur gedacht waren jemandem ein schlechtes Gefühl einzureden, würde man am liebsten gar nichts hören von den Menschen. Dass das auch keine Lösung ist, habe ich jetzt am eigenen Leib erfahren dürfen, denn während meinem Experiment, dass ich im übrigen zusammen mit Netflix gestartet habe, war mir zwar bewusst, wie mein Leben ohne Hate Kommentare, aber genauso auch ohne gutes Feedback aussehen würde und das hat sich alles andere als schön angefühlt und hat einen auch irgendwie den Spaß an der ganzen Sache genommen.Wenn man im Internet nach Teenager Selbstmord Geschichten googelt und die Gründe hinterfragt, wird man oft auf das Gefühl von Ausgrenzung und Mobbing stoßen und das ist ein Thema, das gerade in der Zeit vom immer anonymer werdenden Internet nicht weniger wird. Im Gegenteil – die Kommentare werden immer böser und gemeiner und bleiben dabei genauso unnötig, wie jeher. Wie fatal die Folgen von einem vermeintlich unbedachten Kommentar sein können, ist dem Autor vielleicht gar nicht bewusst, zu unterschätzen sind sie aber auf keinen Fall.
Um dieses Thema handelt es sich auch in der neuen Netflix Serie basierend auf dem Bestseller-Roman von Jay Asher, “ 13 Reasons Why” oder auf Deutsch “Tote Mädchen lügen nicht”. wir sehen den Teenager Clay Jensen, als er von der Schule nach Hause zurückkehrt und auf seiner Veranda eine geheimnisvolle Schachtel mit seinem Namen findet. Im Inneren entdeckt er Kassetten, aufgenommen von Hannah Baker – seine Klassenkameradin und heimlicher Crush – die zwei Wochen zuvor auf tragische Weise Selbstmord begangen hat. Auf dem Band erklärt Hannah, dass 13 Menschen eine Rolle bei ihrer Entscheidung ihr Leben zu beenden, gespielt haben. Clay ist einer von ihnen. Wenn er zuhört, wird er herausfinden, warum. „Tote Mädchen lügen nicht” erzählt Hannahs herzzerreißende Geschichte von Verwirrung, Täuschung und Verzweiflung, die sich in der Vergangenheit enträtselt, während sich Clays Suche nach der Wahrheit in der Gegenwart entfaltet. Jede Episode wird ein neuer Charakter – von Hannahs ex-bester Freundin Jessica, zu ihrem populären Crush Justin – Teil der Geschichte.

 

Anlässlich zum Start von „Tote Mädchen lügen nicht“ veranstaltet Netflix ein Screening der ganz besonderen Sorte – denn neben einer Preview der Show wird es auch eine Pannel Diskussion geben, in der ich unter anderem mit Sami Slimani über oben beschriebenes Thema und die damit einhergehenden Folgen spreche. Der Talk wird auch via Livestream auf dem Netflix YouTube Channel zu verfolgen sein, wer aber dennoch bei dem Event dabei sein möchte, kann sich über folgenden Link anmelden.

CLICK ME

Das ganze findet am 27. März in Berlin statt und die Serie startet am 31. März auf Netflix.
Wir hoffen dadurch Leute bestärken zu können an sich selbst zu glauben, auch wenn es vielleicht böse Kommentare gibt und wollen zeigen, dass das in unserem Leben genauso vorkommt, wie in jedem anderen – genauso wollen wir Leute aber daran erinnern, wie viel Bedeutung manchmal auf Worten liegt und wie behutsam man über deren Wahl nachdenken sollte.Jacke – Vintage
Schuhe – Buffalo Classics
Jeans und Shirt – H&M (Unisex Kollektion)
Brille – Chanel
Choker – Moschino

Photos by Leni Paperboats (check her fabulous Blog here)

 



4 Antworten zu “Kolumne: Von einer Welt ohne Hate Kommentare.”

  1. Anja klaucke sagt:

    Hallo Riccardo.mir ging es früher auch so in der Schule wegen mein Outfit haben die mich gemobbt.Hab mir nichts sagen lassen was ich auch anziehe wie ich Rum Laufe und Lauf heute noch so Rum. Finde deine Art gut lässt dir ebenfalls nichts vorschreiben wie du dich kleidest jeder hat seine eigene Meinung und Art ist nur schade das manche nicht kapieren und verstehen 😒 würde gerne mit dir viele Gespräche führen oder Mal treffen. Bleib so wie du bist 😘😘

  2. Yaya sagt:

    Boah!Mega!Hast so recht und finde es so wichtig und gut dass, es nach dem screening solch eine Gesprächrunde gibt! Super!Als ich das Buch gelesen hatte von Tote mädchen lügen nicht, dachte ich nur wie oft sowas schon passiert ist ohne dass nahestehende bescheid wussten!
    Guter Post!
    xo
    Yaya
    http://www.yayavanchique.com

  3. Louise sagt:

    Ich persönlich habe zum Glück noch nie Mobbing erfahren müssen, kenne aber genug die darunter gelitten haben. Es muss nicht mal Selbstmord sein – der bloße Gedanke, nicht mehr in die Schule gehen zu wollen oder keinen Lebenssinn und Spaß im Leben mehr zu haben – macht mich unendlich traurig. Ich versuche solche Menschen ständig vom Gegenteil zu überzeugen aber es gibt immer Leute die mit einem Kommentar wieder aller zerstören!

    Wir sollten alle mehr Initiative ergreifen und Menschen darin bestärken, sie selbst zu sein.
    Gerade in Berlin ist es einfacher, da es viele Menschen gibt die sich ausleben. Denkt man aber an kleine Dörfer – dort wird man verurteilt wenn man nicht wie die anderen ist. Auch diesen Menschen sollten die Augen geöffnet werden, damit sie mal die Konsequenzen verstehen!

    Super Thema das du angesprochen hast, ich hoffe es nehmen sich möglichst viele zu Herzen.

    Liebe Grüße! <3
    Louise von http://www.jovialouise.com

  4. […] ebenso so an, wie den gesellschaftskritischen Themen. So veröffentlichte er unlängst einen Artikel über die Konsequenzen von „Hater“ Kommentaren, den Beiträgen von Usern, die ihn […]

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