logo

Kolumne: Von meiner ganz neuen Fashionweek Perspektive und ungeschätzten Privilegien.

Nach jeder Fashionweek gehört es für mich mindestes genauso dazu meine Woche auf meinem Blog Revue passieren zu lassen, wie sich zwischen den Schauen im Taxi umzuziehen. Doch nach einer Woche, wie dieser fühlt es sich fast schon an, als müsste ich zehn Wochen zusammenfassen.
Zwischen alten Gewohnheiten und neuen Erkenntnissen fand ich mich diese Woche irgendwie in einer neuen Phase meines Lebens wieder. Ich moderierte meine erste Live Veranstaltung – den Deutschen Bloggerpreis, flog zwischendurch mal eben für den 50. Geburtstag von Marc O’Polo und einem Privatkonzert von Robbie Williams nach Bayern, nur um nach einer Stunde Schlaf am nächsten Morgen wieder beim Gala Fashion Brunch auf dem roten Teppich zu stehen. Für Guido Maria Kretschmer und Otto durfte ich Hollywood Legende Goldie Hawn treffen und während seiner Show den Instagram Account von Otto übernehmen – dazu durfte ich mich über das erste offizielle Wiedersehen seit Shopping Queen freuen. Das alles wurde im Übrigen von einem Kamerateam begleitet, welches einen Film über mich gedreht hat und während ich einfach nur versuche die verpassten Termine in meinem Kalender wieder gut zu machen und meinen Handy Akku aufrecht zu halten, begreife ich langsam was für eine Woche das war.
Als ich vor vier Jahren anfing zur Fashionweek gehen zu dürfen, habe ich nur davon träumen können die Fashionweek aus dieser Perspektive erleben zu dürfen und ich schreibe bewusst dürfen, denn es fühlt sich damals, wie heute immer noch wie ein Riesen Privileg an, nicht nur Einblick, sondern auch Teil einer Welt sein zu dürfen, von der viele nur träumen können. Ich war jemand, der davon geträumt hat und der jetzt eine Welt sein zu Hause nennen darf, die ihn für die Eigenschaften schätzt, für die er vom Rest der Gesellschaft nichts ausser Kritik geerntet hat. Ich weiss nicht ob es an der Tatsache liegt, dass ich nie wirklich akzeptiert wurde und erst jetzt in einem Umfeld lebe, das es mir erlaubt der Mensch, der Star zu sein, der ich bin oder ob es daran liegt, dass es en vogue ist gestresst zu wirken, aber jedes Mal, wenn ich jemanden traf, der mir erzählte, wie gestresst er doch von der Fashionweek und dem ganzen drum herum sei, dann betete ich innerlich nur, dass ich niemals so werden würde.
Nur weil ich es mir nicht anmerken liess, war meine Woche nicht stressig – im Gegenteil, sie war sogar so stressig, dass ich in all der Zeit nicht eine richtige Mahlzeit zu mir nehmen konnte und so aufregend, dass mein Herzschlag sich immer noch nicht beruhigt hat und wie verrückt zu der Musik schlägt, zu der Models den Laufsteg entlang stolzierten.
Es war eine Woche, die mir zeigte, dass es sich lohnt an seine Träume zu glauben und für sie kämpfen, dass es sich lohnt diese offen auszuprechen und dass man sie nicht verstecken soll um anderen zu gefallen. Es war eine Woche, die mir gezeigt hat, dass ich kein Blogger mehr bin – was ich gemerkt habe, als ich auf mein Handy geschaut habe und feststellen durfte, dass ich keine Zeit hatte auch nur ein einziges Bild von meinem Outfit zu machen, was damit zu tun hatte, dass ich die meiste Zeit damit beschäftigt war Interviews zu geben oder Fotos mit anderen zu machen, was für mich – egal wie chaotisch ein Tag sein mag – jedes einzelne Mal das Highlight war. Es war eine Woche, die mir gezeigt hat, wie meine Zukunft aussehen wird und es war eine Woche, die mich einmal mehr daran erinnert hat, warum ich dieses Leben führen möchte.
Natürlich wäre dies kein Fashionweek Rückblick, wenn es nicht auch um Mode gehen würde – dazu habe ich eigentlich nur eines zu sagen: Die Kollektionen der Designer mögen jede Saison anders aussehen – genau, wie die Menschen, die sie tragen, was jedoch bleibt ist Stil, der ist es, der uns zu mehr macht, als persönlichkeitslose Marionetten. Die wichtigste Lektion, die ich in den letzten fünf Tagen lernen durfte und von der ich hoffe, dass sie in der nächsten Saison auch ganz gross im Trend liegen wird, ist die Tatsache, dass Mode viel mehr sein kann, als nur Klamotten – Mode ist eine Sprache, die für uns spricht, bevor wir den Mund aufmachen können, wir müssen nur lernen mutig genug zu sein uns selbst damit auszudrücken, ungeachtet davon was andere darüber sagen könnten. Das mag sich kitschig anhören ist aber die Wahrheit und so wie man seinen emotionalen Prinzipien treu bleiben möchte, sollte man vielleicht auch in Sachen Outfit in Erwägung ziehen, mehr als eine Saison lang der Mensch zu sein, der man wirklich ist.



Eine Antwort zu “Kolumne: Von meiner ganz neuen Fashionweek Perspektive und ungeschätzten Privilegien.”

  1. Sophie sagt:

    Hey, eine schöne Kolumne! 🙂
    Wenn du noch etwas mehr auf deine Kommasetzung achtest wird sich der Text flüssiger lesen lassen und dadurch noch mehr Menschen ansprechen und inspirieren.
    Du bist ein tolles Vorbild und deine Einstellungen, gerade zum Thema Dankbarkeit, sind bewundernswert.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.