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On Wednesdays we wear Ink.

Habt ihr euch schon mal gefragt wie es wohl wäre einen Abend lang in den Schuhen von jemand anderes zu laufen?
Auch wenn ich mich selbst sehr wohl in meiner Haut fühle, interessiert es mich schon, wie ein Leben jenseits von Blumenkränzen und Lana del Rey Momenten aussehen könnte und genau zu diesem Zweck habe ich ein Experiment gewagt.

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Einen Abend lang würde ich jemand anderes sein und zwar nicht nur optisch, sondern auch charakterlich. Mit Hilfe von Fiona Erdmanns Milumee Tattoos wollte ich einen komplett neuen Typen aus mir machen, zu dem natürlich auch ein neuer Name gehört – Nicholàs nannte ich ihn.

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Und nachdem Fake Tattoos und Piercings erst mal ihren Platz in meinem Gesicht gefunden haben und auch das passende Outfit gefunden wurde, ging es raus ins Berlins Nachtleben. Für mich war es super interessant zu sehen, wie die Leute mich plötzlich wahrgenommen haben. Normalerweise ernte ich skeptische Blicke von Omis, Kindern und Co. und die bösen Jungs in der U-Bahn lassen es sich nicht nehmen sich über meine Blumenkränze lustig zu machen und auf einmal sah das Ganze anders aus. Ok, ältere Damen und Kinder sahen mich plötzlich etwas distanzierter an als sonst, aber jene böse Buben hielten eindeutig mehr Abstand und auch doofe Kommentare oder böse Blicken liessen komplett auf sich warten. Das mag sich jetzt vielleicht etwas verrückt anhören, aber ich kenne dieses Gefühl gar nicht. Normalerweise kann ich keinen Schritt gehen ohne etwas Dummes nachgesagt zu bekommen und in diesem Fall war da gar nichts, das war neu und irgendwie auch sehr aufregend für mich.
Auch später in einer Bar war es interessant zu sehen, wie es sich anfühlt, wenn Leute einen anflirten, die sich sonst wahrscheinlich nie für einen interessiert hätten, nicht zu vergessen Selfies. Beinahe schon das Wichtigste um eine solche Typ-Veränderung festzuhalten. Jenes Gesicht, das man wahrscheinlich auch im Schlaf aufsetzen könnte, funktioniert plötzlich nicht mehr, weil man ja ein anderer Mensch ist – anderer Mensch, anderes Selfie Gesicht und während mein Abend als Nicholàs sich langsam dem Ende zuneigte, bemerkte ich, dass die Fassade schon zu bröckeln begann. Nur, weil ich wie jemand anderes aussah, hiess es nicht das ich ändern konnte, wer ich bin. Trotz der harten Fassade und dem bösen Blick musste ich über die selben Sex and the City Witze lachen und auf meinem IPod lief trotzdem Mariah Carey in Dauerschleife und spätestens als ich an einem Katy Perry Plakat einen emotionalen Zusammenbruch durchleben durfte, begriff ich, dass man sich zwar anderes geben kann und dass das auch Spass machen kann und manchmal vieles auch erleichtert, aber das man trotzdem nicht darüber hinwegtäuschen kann, wer man wirklich ist und was einen ausmacht.

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Ich hätte noch so viele Tattoos im Gesicht haben können und meine Haare verstecken können, aber nach einer Weile ist es mir auch einfach zu anstrengendgeworden eine Person zu sein, die ich gar nicht bin.
Am nächsten Morgen, als ich mir Nicholàs vom Gesicht wusch, war ich ihm dankbar. Dankbar dafür, dass er mir seine Welt gezeigt hat und vor allem dankbar dafür, dass er mich daran erinnert hat wie viel besser es doch ist, der zu sein, der man ist .

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7 Antworten zu “On Wednesdays we wear Ink.”

  1. Annika sagt:

    Ich liebe deinen styl sehr aber dieser Nicholàs sieht wirklich nicht schlecht aus 😀

  2. sarah sagt:

    wow . total geiles experiment ..

    ich mag den ,blümchen-ricci‘ zwar lieber (wobei der bleibst du sowieso immer 🙂 aber ich muss dir sagen der bad-boy-look steht dir echt saumäßig gut .!!! echt toll .

    find’s schön dass du DU bist und bleibst .!!! 🙂
    lg sarah

  3. Marie sagt:

    Hi

    Als erstes, tolle Idee für ein Experiment… ungewöhnlich, aber genial.

    Zweitens, wollte ich dir nur sagen, wie wunderschön du als Mensch bist. Natürlich kann ich dich (leider) nur durch dein Auftreten in den Medien werten, und durch dein Verhalten in den Vlogs von Melina, aber du bist trotzdem schön.
    Gestern mussten wir,einen Aufsatz zu einem Buch, dass wir im Unterricht gelesen hatten screiben.
    Der Inhalt des Buches tut im Grunde nichts zur Sache, doch ein Aspekt würde ich doch gern erwähnen.

    Im Buch gab es eine Gemeinschaft, in der viele Individuen lebten…jeder lebte vor sich hin, aber nicht nach ihren eigenen Vorstellungen…ihr gesamtes Leben lang wurden sie beobachtet, ihnen wurde vorgegeben welchen Beruf sie erlernen sollten, welche Kleidung sie zu tragen hatten und und und…

    Wie gesagt…es gab Individuen aber keine Individualität…
    So fühl ich mich in letzter Zeit auch, gefangen, in einem Meer aus kompletter Gleichheit… denn, es gibt kaum Menschen, die sich durch ihre Einzigartigkeit auszeichnen.

    Du aber schon, und dass macht dich so wunderwunderschön, interessant und einzigartige.

    Marie

  4. Lara sagt:

    Cooles Experiment. Das zeigt einem, dass man an seinem äußerem machen kann was man wil, es ändert seine persönlichkeit keines Weges. Man sollte sich nicht verändern, um anderen Leuten zu gefallen. Bleib wie du bist die Menschen, die dich mögen akzeptieren dich so.

    Außerdem find ich es MEGA cool anders zu sein, speziell zu sein. Jeder sollte aus sich selbst ein Unikat machen und du gehst mit gutem Beispiel voran.

    Lara

  5. Jule sagt:

    Echt klasse Beitrag! Und wie recht du hast in jedem einzelnen Satz. Jeder kennt es, wie wäre es, mal nicht der zu sein, der man ist und im Endeffekt ist man doch froh man selbst zu sein.

  6. Jule sagt:

    Echt klasse Beitrag! Und wie recht du hast in jedem einzelnen Satz. Jeder kennt es, wie wäre es, mal nicht der zu sein, der man ist und im Endeffekt ist man doch froh man selbst zu sein.
    Ricci mach weiter so, du bist ein toller Mensch!

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