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Von Fussballspielern und Supermodels – Confessions of a hopeless Dreamer Part 8.

Mein Leben hat sich in den vergangenen Monaten sehr verändert und fühlte sich zwischenzeitlich auch ein wenig wie eine Autobahnfahrt mit Lindsay Lohan an – dadurch habe ich eine Menge über die Menschen in meinem Umfeld gelernt, vor allem jedoch eine Menge über mich selbst. Es war seit frühester Kindheit an mein Traum im Rampenlicht zu stehen, vor der Kamera zeigen zu können, dass ich etwas drauf habe und einfach mein Recht zu funkeln einzufordern und auch wenn ich heute nicht mehr nur davon träumen muss, sondern das Ganze auch tatsächlich leben kann, gibt es immer noch Situationen, in denen ich mich rechtfertigen muss.

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Im Kindesalter ist es noch erlaubt zu träumen (müsste man eigentlich meinen) und variieren die Träume dabei noch von Astronaut, über Prinzessin bishin zu Dinosaurier, zwingt man ein Kind selten dazu Stellung zu nehmen, sondern lässt es einfach … weiter träumen. völlig egal, ob sich der Traum von Tag zu Tag ändert oder noch so absurd klingt.

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Mir ist dieses Glück komischerweise nicht zu Teil geworden, denn seit meinem ersten Tag auf Erden muss ich mich als Junge dafür rechtfertigen mich für die Welt der Mode und Entertainment überhaupt zu interessieren und habe zudem sicher die Hälfte meines Lebens damit verbracht, mir das Recht zu erkämpfen überhaupt diese Interessen vertreten zu dürfen. Als ich neulich während eines Interviews von dem Reporter fast schon gezwungen wurde, ihm meine Träume zu rechtfertigen, kam ich nicht umher mich zu fragen, was unsere Gesellschaft denn eigentlich für ein (entschuldigt meine Ausdrucksweise) beschissenes Problem hat?!

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Ich holte aus und versuchte ihm ein gutes Beispiel aus meiner Kindheit zu erklären: Da war dieser Junge, der besessen von FC Bayern München war (unkonventionell, ich weiss) und er träumte selbst davon Fussballprofi zu werden. Ich auf der anderen Seite war besessen von Modemagazinen und träumte davon selber einmal auf einem Cover zu erscheinen. Wir beide waren Freunde und verbrachten Stunden damit uns gegenseitig vom jeweiligen Traum zu erzählen. Er war im Fussballverein, ich im Schauspielunterreicht und seit jenem Tag musste ich jedem anderen immer erklären, was ich ausgerechnet daran fand ein Klatschmagazin durchzublättern oder eine Modenschau im Fernsehen zu studieren, wieso ich denn selbst ein Teil dieser ach so oberflächlichen Welt sein wollte und auch wenn meine Erklärungsversuche meist fruchteten, hat es mich immer geärgert, dass ich überhaupt dazu aufgefordert wurde eine Erklärung abzugeben, während er sich für seine Träume niemals rechtfertigen musste. Supermodel und Fussballprofi, beide Träume scheinen unerreichbar, dennoch muss einer von beiden sich ein Leben lang behaupten…

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Wir leben in einer Welt, in der man sogar Kindern aus Grund von eigener Unsicherheit ihre Träume verbieten möchte und das bloss, weil man den Traum selber vielleicht nicht nachvollziehen kann. Ich hatte nie das Bedürfnis es allen Recht zu machen und war glücklich damit, wenn ich es mir überhaupt selbst Recht machen konnte, aber es fiel mir auch nicht schwer über meine Träume zu reden. Als Kind dachte ich, dass man als Star ein wundervolles Leben führen würde und träumte, wie jedes Kind von einem glamourösen Leben, das einem Film ähnelte – als Teenager verliebte ich mich dank Schauspielunterricht, ersten Modeljobs und einer eigenen Radiosendung in das eigentliche Handwerk und konnte seit jeher an nichts anderes mehr denken, als in dieser Welt eine grosse Nummer zu werden. Irgendwann begriff ich dann auch, dass es nicht nur schön wäre so ein Leben zu führen, sondern auch eine Notwendigkeit, denn ein normaler Alltag würde für mich nicht in Frage kommen. Das würde ich selbst nicht wollen und unsere Gesellschaft zeigt mir (wie ich hier in zahlreichen Posts dukumentiert habe) jeden Tag aufs Neue in Form von Drohungen und blöden Kommentaren, was sie von mir hält. Dass ich mich dann zu einer Welt hingezogen fühle, in der ich für die Eigenschaften und Interessen geschätzt werde, für die ich in der Alltagswelt immer nur kritisiert wurde, scheint dann eigentlich nicht mehr so schwer zu verstehen.

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Ich bin es so leid immer wieder Stellungnahme für meine Leidenschaften und meine Träume nehmen zu müssen und ich würde so gerne behaupten können, dass man das in der heutigen Zeit nicht mehr muss, dass wir in einer Zeit leben in der jedes Kind davon träumen kann zu sein, was es möchte, aber die Realität sieht leider anders aus. Irgendwann wird der Tag kommen, an denen sich Jungs, wie ich nicht mehr dafür rechtfertigen müssen, die Klamotten zu tragen, die sie tragen wollen und bis es soweit ist verfolge ich weiterhin das Drehbuch in meinem Kopf, das ich mir bereits als Kind geschrieben habe. Was die Gesellschaft oder jener Journalist von mir halten mag, steht nicht drin – wahrscheinlich, weil ich damals schon wusste, dass solche redaktionellen Anmerkungen völlig überbewertet werden….



9 Antworten zu “Von Fussballspielern und Supermodels – Confessions of a hopeless Dreamer Part 8.”

  1. Lieber Riccardo!

    Ich habe gerade Shopping Queen gesehen und mich dann gleich auf die Suche nach deinem Blog gemacht. Ich muss gleich dazu sagen, dass ich nicht wahnsinnig interessiert an Fashion-Blogs bin .. aber das tut ja auch nichts zur Sache. Nach deinem Blog habe ich gesucht weil ich mir dachte „Hey, der ist ja echt sympathisch und witzig drauf“ 🙂 .. ich finde, du kommst einfach wahnsinnig authentisch rüber .. und nachdem ich hier ein bisschen in deinen Kolumnen gestöbert habe, kann ich mir vorstellen, dass es nicht immer leicht für dich ist. Jedenfalls hatte ich einfach das Bedürfnis, dir einen Kommentar zu hinterlassen und dir einfach zu sagen, dass du unglaublich sympathisch rüber kommst und man dir wirklich ansieht, dass du dich einfach wohl fühlst, so wie du bist und das ist in der heutigen Zeit sehr, sehr erfrischend weil leider ziemlich viele Menschen mit sich selbst sehr unzufrieden sind. Du strahlst einfach so eine Leidenschaft aus für das, was du tust und das ist einfach nur toll – und außerdem ansteckend und motivierend. Außerdem finde ich, dass du einen tollen Kleidungsstil hast, für den du dich überhaupt nicht rechtfertigen müsstest – man sieht auf Anhieb, dass du dadurch genau DICH ausdrückst .. und das finde ich stark und gut 🙂 – außerdem sind deine Haare toll 😀 das wollte ich nur auch mal gesagt haben .. so, und jetzt geh ich weiter deinen Blog durchstöbern.

    Alles Liebe aus Österreich!

    Kathi

    P.S. Zum Thema „Träume und Ziele erreichen“ – ich bin mir sicher, du wirst deine erreichen .. gerade weil du so ECHT bist .. das hebt dich von der Masse ab, denn nicht viele strahlen diese Authentizität so aus, wie du! Ich kann mir nicht vorstellen, dass du etwas nicht schaffst, das du dir vornimmst!

  2. Nicole sagt:

    Lieber Ricci,
    du hast in deinen jungen Jahren weit mehr verstanden von dem was wirklich wichtig ist als viele, die sich ach so erwachsen fühlen. Träumen ist eine der Essenzen, die unsere Leben erst lebens- und liebenswert machen. Einer meiner Lieblingssprüche ist der hier, den kennst du vielleicht: “If you shoot for the stars and hit the moon, it’s OK. But you’ve got to shoot for something. A lot of people don’t even shoot.”
    Dir alles Liebe und viel Erfolg,
    Nicole

  3. Ines Lischke sagt:

    Hi Ricci
    Ich kann dir gar nicht sagen wie toll ich finde wie du über dich und deine Leidenschaft sprichst. Du stehst zu dir und meiner Meinung nach ist das etwas, was es heute nicht mehr so oft zu finden gibt. Umso wertvoller sind solche Menschen wie du in unserer Gesellschaft. Es sind die Menschen die an sich und das was sie tun glauben, die etwas verändern können, das wird uns immer wieder gesagt und es stimmt, nur halten sich die Menschen die uns dies beibringen selbst nicht daran. Du hast dich getraut zu sagen was du denkst und du gibst vielen Menschen die Kraft es dir gleichzutun, auch wenn sie es sich bis jetzt nicht getraut haben.
    Also danke dass es dich gibt!

  4. Bettina sagt:

    Hallo Ricci!

    Bleib wie du bist und geh deinen Weg weiter. Du bist klasse und ich finde auch deinen Kleidungsstil toll. Als ein Kind der 70er fühle ich mich durch dich an meine wilden Jahre erinnert – und damals sahen viele Jungs (auch der, mit dem ich fast 40 Jahre verheiratet bin) so aus wie du.

    Liebe Grüße!

  5. Tanja sagt:

    Lieber Ricci,
    ich kann Deine Gedanken sehr gut nachvollziehen.
    Ich habe Dich bei Shopping Queen gesehen und Du warst
    mir sofort sympathisch. So wie Du mit der Mode spielst
    begeistert mich, und ich bewundere Deinen Mut.
    Auch ich schwimme nicht gerne mit der Masse in eine
    Richtung. Ich bin ganz bei Dir. Pfeif auf weitere Erklärungen und geh Deinen Weg. So wie Du bist, bist Du
    genau richtig.
    Ich wünsche Dir für Deinen weiteren Weg alles erdenklich Gute und viel Erfolg.
    Liebe Grüße, Tanja

  6. Katharina sagt:

    Oh Mann Riccardo…. Ich weiß wie das ist. Bei mir waren meine Eltern sogar gegen meine Träume :(. Das war, für mich persönlich, das Schlimmste. Alle anderen Meinungen waren mir immer egal. Ihrer Meinung nach sollte ich so und so sein und am besten das und das machen. Mittlerweile sehen sie es auch ein, dass sie im Unrecht waren. Daher kann ich dich schon ein wenig verstehen und denke dennoch dass du es viel härter in der Gesellschaft hast. Und das tut mir wirklich leid:(. Vor allem in der heutigen Zeit :/. Bleib bitte so wie du bist und ich bin mir sicher dass du deine Träume erreichen! Ich werde auch für meine Träume kämpfen. Danke fürs Mut machen <3

    Fühl dich gedrückt
    Katharina

  7. vielen dank für den beitrag!
    ich befürchte, dass menschen die anders aussehen und sich individuell kleiden immer rechtfertigen werden müssen … die konformität der masse ist einfach zu groß und – vermutlich – einfach zu bequem.
    wie kann es sein, das ich mich mit meinem vintage/50s-style in einer stadt wie berlin vor hipstern rechtfertigen muss oder mich gar von ökos beschimpfen lassen darf. das wort ‚toleranz‘ stelle ich mal wieder sehr in frage!
    egal, ich freue mich und bin dankbar über jeden, der sich traut, aus gewohnten modischen gewässern herauszu paddeln um etwas auszuprobiere … ob es meinem persönliche stil entspricht oder nicht: anders ist isnpirierend und einfach großartig. vielen dank für’s anders sein!

  8. […] last but not least findet ihr bei „The Fabulous Life of Ricci“ einen schönen Beitrag zum Thema Träume verfolgen und […]

  9. Elke sagt:

    Hallo,
    Nur ganz kurz.
    Ja es ist toll wie du einfach nur du bist.
    Ja es ist schade das viele immer eine Erklärung erwarten. Warum eigentlich?
    Soll doch jeder machen wie er sein will,
    Jeder respektvoll tun was er möchte.
    Dann gibts doch gar keine Probleme.
    Aber nein jeder soll so sein das jeder damit klar kommt
    Und das ganze bitte angepasst.
    Das ja keiner gestört wird.

    Super wie du bist werd du bist

    Weiter so

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