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Von nichts, kommt nichts.

0_B9B3369Dass ich komplett abhängig von Social Media bin und jede Minute ohne Handy mich leicht in Panik versetzt, dürfte jedem, der einen Blick auf meinen Snapchat oder mein Instagram geworfen hat, klar sein. Das virtuelle Postfach glüht und ich sehe es als meine Pflicht an alles, so gut es geht zu beantworten und den Fragen meiner Follower so gut ich kann nachzugehen, jedoch gibt es da ein Phänomen, über das ich in letzter Zeit oft nachdenken muss.

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Die Sätze “Folg(T) mir“ oder “Werf(t) doch mal einen Blick auf mein Instagram“ bekommt man ja nicht nur als Nachricht zu lesen, sondern in der Regel unter jedes Bild und eigentlich bin ich immer interessiert daran mir ein Bild, von den Leuten zu machen, mit denen man Kontakt hat, aber ich bin immer wieder überrascht, wenn ich diese Profile dann besuche und feststellen darf, dass sie komplett leer sind oder derjenige vielleicht gerade mal ein Bild gepostet hat.
Was sich jetzt für viele belanglos anhören mag, beschäftigt mich total, denn ich bin jemand, der schon ein schlechtes Gewissen hat, wenn er einen halben Tag nichts abliefert. Und abliefern meine ich im wahrsten Sinne des Wortes.

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Dass das Teil meines Jobs ist und nicht nur Spass macht, fällt vielleicht erst beim zweiten Blick auf, ist aber dennoch nicht zu unterschätzen. Ich habe mir immer gewünscht eine Person des öffentlichen Lebens zu sein und weiss wie es ist, wenn man auf Ablehnung stösst, aus diesem Grund bin ich extrem dankbar für jeden Menschen, der mich dabei unterstützt und sich von meinem Online Auftritt regelmässig inspirieren und unterhalten lässt oder auch ein Fan ist, das ist auch der Grund wieso man sein Instagram dann nicht mehr alle zwei Tage updatet, sondern im Durchschnitt sechs mal pro Tag – das ist man seinen Followern doch schuldig, schliesslich sind sie jenes Publikum, das es zu unterhalten gilt. So sehe ich das jedenfalls und daher bin ich jedes mal irritiert, wenn ich dieser Bitte um Aufmerksamkeit (die solche Kommentare nun mal darstellen) folge und feststellen darf, dass die Person erwartet man sollte ihr folgen, obwohl es da nichts zu sehen gibt und mit nichts meine ich nicht ‚umspannende Inhalte‘ sondern wortwörtlich keinen Inhalt, also keine (oder sehr wenig) Bilder und Texte. Dass ein gut funktionierendes Social Media heutzutage Türöffner für ein spannendes Leben voller medialer Abenteuer sein kann, ist für viele kein Geheimnis, warum meint man jedoch, dass man es verdient hätte verfolgt zu werden, wenn man gar nichts tut. Umso mehr ich mich in dieses Thema reinsteigere, umso mehr muss ich über unsere Gesellschaft nachdenken.
Gerade in Deutschland finde ich es erschreckend, wer die Medien dominiert, statt interessanter, gut gekleideter Persönlichkeiten, die durch Talent, Redegewandtheit oder Humor auffallen, sprechen die Medien vor allem über Bachelor Kandidatinnen und “Freundinnen von…“, die weder unterhaltsam, noch besonders faszinierend sind. Da ist es doch vollkommen klar, dass jeder meint das Recht auf Aufmerksamkeit zu haben, ohne auch nur etwas dafür zu tun.
Ich selber bin ja keine Ausnahme – ich wollte auch immer im Rampenlicht stehen, habe das jedoch von Anfang an als Privileg und nicht als Selbstverständlichkeit angesehen und wusste, dass ich neben Talent vor allem eines brauche um dahin zu kommen, wo ich hinwollte – Engagement. Von Nichts kommt nichts, meinte Mutter immer, wenn ich mal einen Durchhänger hatte und der Schauspielunterricht mit einer Geburtstagsfeier kollidierte. Sei es Schule, ein flacher Bauch oder irgend ein anderes Ziel – ich bin wirklich davon überzeugt, dass man mit dem richtigen Arbeitseinsatz so gut, wie alles erreichen kann. Daher Theaterkurs, Radiosendung, Fernseh- und Modeljobs und dazu noch jede Menge Ehrgeiz und Wunschvorstellungen, von denen man gleich zu anfangs schon gesagt bekommt, dass man sie niemals erreichen wird, wirklich wahr werden zu lassen und Eltern, Lehrer und Kritiker eines Besseren zu belehren, aber vor allem um seinem Traum zu leben. Das ist mit jeder Menge Arbeit, Einsamkeit und Hürden verbunden – ein Thema, aus dem ich auf diesem Blog bereits von Anfang an kein Geheimnis gemacht habe und das ich an dieser Stelle auch wieder aufgreifen will, denn ich empfinde es auch als meine Verantwortung, dass man jenes gutgefilterte Leben, das man im Internet präsentiert vor allem einer Sache zu verdanken hat – Disziplin.
Disziplin für seine Träume zu arbeiten, Disziplin sein Leben so zu gestalten, dass es wert wäre eine Reality Show daraus zu machen und auch die Disziplin, das dann mit seinem treuen Publikum zu teilen.

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Ich will mit diesem Post niemanden kritisieren, der in die Öffentlichkeit will und versucht einen Fuss in diese Tür zu setzten, aber ich würde mir wirklich wünschen, dass die Leute auch verstehen, dass sie etwas abliefern sollten, wenn es schon Leute gibt, die ihnen die Chance geben und ihnen Aufmerksamkeit schenken. Ich kenne das Gefühl besser als jeder andere, wie es ist, wenn man einfach nicht weiss, wie man das Ganze angehen soll, daher kann ich euch nur raten die Chancen zu nutzen, die ihr bekommt. Um es mit den Worten des Insta-Universums zu sagen – wer Inhalt will, soll Inhalt machen und ich denke, dass man das auch auf den Rest des Lebens beziehen kann.

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2 Antworten zu “Von nichts, kommt nichts.”

  1. Sophie sagt:

    Riccardo, Riccardo. ♥
    Ich finde auf manchen Blogs fühlt man sich so richtig unwohl, weil man merkt, dass dessen Betreiber nicht viel Zeit und Liebe investiert. Das Gleiche ist es mit Instagram. Auf deinem Blog und deinem Instagram-Profil könnte ich Stunden abhängen. Love it!
    Und danke auch für Snapchat! Jeden Abend gebe ich mir deine History und sooft lache ich mich schlapp dabei, weil du einfach so herrlich erfrischend bist. Danke dafür. And now follow me on instagram 😀 😀

  2. Lara sagt:

    Ist das auf dem zweiten Bild Agnes? 🙂

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