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Wer braucht schon Unterhosen – das IT-Girl Experiment!

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Von aussen sieht alles aus, wie immer – man bewegt sich genau gleich, redet auch nicht anders und benehmen tut man sich eigentlich auch nicht merkwürdig – trotzdem fehlt etwas – die Unterwäsche! Ich habe mich zunächst unfreiwillig, dann irgendwie auch aus Spass, einem Experiment unterzogen, bei dem ich einige Tage auf Unterhosen verzichtet habe.

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Zugegeben, die Zeiten, in denen Paris Hilton, Lindsay Lohan und Britney Spears ohne Höschen aus dem Auto gestiegen sind (und zu Pop Kultur Legenden wurden) sind zwar schon eine Weile her, trotzdem fühlt man sich irgendwie, wie eine echtes It-Girl, wenn man unten ohne ist.

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Angefangen hat das Ganze mit meinem Trip nach Hamburg letzte Woche, wofür ich meinen Koffer ziemlich ausgiebig gepackt habe. Sieben Hosen, drei T-Shirts, sechs Jacken und vier Sonnenbrillen. Dazu unzählige Haarbänder und kiloweise Schmuck, schliesslich ging es direkt aus Hamburg weiter zum Melt Festival. Gepackt hatte ich viel – bloss die Unterwäsche hatte ich vergessen und wie das so als aufstrebendes Starlet ist, bemerkt man das natürlich erst im Hotelzimmer, wenn man sich zum Dinner umziehen möchte und seinen Pack-Fauxpass erst nach Ladenschluss realisiert. Mit einfach neue kaufen ist also erst mal nichts. Ausserdem möchte man diese ja auch waschen, man ist doch kein Unmensch. Nachdem ich also fünfzehn Minuten überlegte, was denn nun die elegantere Variante wäre – die Calvin Klein auf links zu drehen oder gar drauf zu verzichten, tat ich etwas, das ich immer tue, wenn ich hilflos bin – ich frage mich, was Lindsay Lohan in so einer Situation wohl tun würde.

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Und da diese Antwort in jenem Fall eindeutig war, fand ich mich ehe ich mich versehen konnte, auf einem Event in langen Hosen wieder. Von aussen mag ich ganz normal ausgesehen haben, aber tief unter dem Denim Stoff, versteckte ich ein Geheimnis, ein sexy Geheimnis um genau zu sein!

Natürlich mag das Ganze bei Männern (die ja meistens Hosen tragen) nicht halb so aufregend sein, wie bei Miniröcken tragenden It-Girls, aber trotzdem ist das irgendwie eine sehr ungewohnte Situation. Fühlt man sich am Anfang noch total unwohl und hat das Gefühl es würde jedermann auffallen, fängt man nach einer Weile an, es irgendwie zu geniessen. Man(n) fühlt sich irgendwie frei und ungezwungen, fast schon rebellisch und hat das Gefühl ein völlig neuer Mensch zu sein. Und das alles bloss, weil man auf ein bisschen Stoff verzichtet? Verrückt.

 

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Auf dem Festival ging das Ganze dann weiter – Immer noch unfreiwillig, aber schon mit mehr Selbstverständlichkeit. Der Vorteil hier, man kann Badehosen völlig ungeniert als Outfit bezeichnen und da diese meist ein Innennetz haben, fühlt man sich auch gar nicht so nackt, dafür aber auch nicht weniger frei. Drei Tage später – mittlerweile wieder zuhause im Berliner Alltag, gibt es eigentlich keinen Grund mehr auf den It-Girl Trend von 2007 zu setzten. Was nun? Ich beschliesse also noch ein oder zwei Tage dran zu hängen, nur der Wissenschaft zu liebe, natürlich und verzichte auch weiterhin auf Unterwäsche.
Es ist komisch, dass man plötzlich eine ganz neue Beziehung zu seinen Hosen aufbaut – fand man das eine Modell früher noch super bequem, weiss man nun, dass der Stoff sich nicht gerade angenehm auf der blanken Haut anfühlt, den Bogen hat man jedoch schnell raus und wer denkt dieses Freiheitsgefühl hätte etwas mit dem Festival zu tun, der irrt sich gewaltig, denn im manchmal so hochgeköpften Alltag shortless zu sein, ist noch viel spannender, als im sowieso befreiten Festival-Zustand. Irgendwie ist alles lockerer, besser und spannender. Man hat das Gefühl, dass das Zuhauselassen der Boxershorts, auch etwas anderes zuhause lässt, nämlich die Angespanntheit, die einen sonst im Alltag begleitet.

Und während ich mich so langsam an den Alltag ohne Unterhosen gewöhne, bemerke ich auch, dass ich ganz neue Ängste entwickle. Bei der Kleiderwahl frage ich mich plötzlich ob bestimmte Shorts nicht gefährlich sein könnten oder ich überprüfe meinen Terminkalendar nicht zwei, sondern drei oder viermal um wirklich sicher zu gehen, dass kein Fitting oder Shooting ansteht, das in meinem Alltag nicht selten auch mal spontan passiert. Der alte Riccardo, der Unterhosen trug, hätte sich vielleicht noch von solchen Ängsten leiten lassen und wäre spätestens an Tag drei wieder auf das Sicherheitsgefühl seiner Lieblings – Baumwollshorts von Intimissimi umgestiegen, doch nicht der neue, aufregende Riccardo, der der Meinung ist Unterwäsche sei nur was für spiessige Bürohengste!
Genau mit dieser Einstellung fuhr ich auch ganze fünf Stunden nach München, wo ich noch voller Selbstüberzeugung zu einer Geburtstagsfeier gehen wollte. Dort angekommen, wollte ich mich bloss noch in Schale werfen und mein Reiseoutfit gegen etwas München-Taugliches eintauschen und siehe da, muss man(n) sich auf der Strasse vor versammelter Mannschaft (in meinem Fall 12 angetrunkene Modebloggerinnen) umziehen, sehnt man sich doch an die Zeiten zurück, in denen ein kleines Höschen, den grössten Schutz darstellt, den man sich in solchen Momenten wünschen kann.

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Ich habe den Abend letztendlich ohne Unten Ohne Skandal überlebt, dennoch habe ich meine Unterhosenfreien Tage mittlerweile auch an den Nagel gehängt. Nicht nur aus Angst vor solchen Missgeschicken, sondern vor allem mit einer Erkenntnis – selbst das aufregende Gefühl im Alltag mal auf Boxershorts zu verzichten, geht vorbei, was dann noch übrig bleibt, ist der verzweifelte Versuch sich selbst zu beweisen alles andere, als langweilig zu sein. Und weil mich das in meinen Augen nur noch viel langweiliger machte, konnte ich auch gleich wieder Unterwäsche tragen. Und sobald ich zurück im Unterhosen bereicherten Leben war, kam ich nicht umhin mich zu fragen, was eigentlich so schlimm an Unterwäsche war? So spiessig und beklemmend war ich doch eigentlich gar nicht? Hmmm, wahrscheinlich haben das Paris, Lindsay und Co. auch irgendwann gemerkt und fingen an die Unten-Ohne Tage hinter sich zu lassen und neue Skandal-Geschichten zu schreiben. Wie meine aussehen, weis sich zwar nocht nicht, was ich jedoch weiss, ist dass ich sie dabei mit der Unterstützung von Unterwäsche schreiben werde, super schöner, bequemer und spiessiger Unterwäsche.



5 Antworten zu “Wer braucht schon Unterhosen – das IT-Girl Experiment!”

  1. Annchen sagt:

    Super Lustig ! 😀
    Besondes die kleinen Ups-Ricci-Sternchen 😀

  2. Sehr witziger Artikel. Ich weiß ja nicht, ob ich mich das getraut hätte. Bestimmt ein sehr merkwürdiges Gefühl.

  3. Ina sagt:

    Kaum hab ich den Blogeintrag gelesen, kommt schon die Schlagzeile vom #Penisgate von Lenny Kravitz 😀

  4. Markus sagt:

    Hey Riccardo!

    Ich sage nur Lenny Kravitz #penisgate 🙂 sehr cool. Ich glaub ich werde jetzt auch mal einen Selbstversuch starten und mal die geliebte Underwear weglassen.

    Grüße nach Berlin!

    Markus

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